Forschung+Lehre Schoper

»Von Räumen, Orten und Dingen«

Jeder weiß, was Raum ist. Doch einen Raum alltäglich zu nutzen und zu be-nutzen und andererseits Raum zu denken, zu entwerfen und zu gestalten ist zweierlei.

Da wäre zunächst die Urfrage, ob Raum durch komplementäres und additives Fügen einzelner Elemente entsteht oder durch subtrahierendes Ausschälen aus einer Masse, aus einem Gedanken, aus einer Idee?

Ist Raum das Ergebnis unserer gestaltenden Arbeit an der Architektur oder ihr Ausgangspunkt?

Was bedingt was?

Arbeit am Archiv anonymer Architekturen – das erste Semester

Eine Einführung in das architektonische Gestalten

Wir nähern uns dem architektonischen Entwurf und der architektonischen Gestaltung von Räumen über den Modus der Mimesis von Alltagsdingen [»Archetypen«] unserer gebauten Welt: der Kiosk, die Hütte, der Schuppen, das Stellwerk, der Jägerstand, die Litfaßsäule, die Autobahnbrücke etc.; scheinbar einfache Elemente, die oftmals nicht einmal als Architektur gelten; für die bildende Kunst sind sie dagegen seit wenigen Jahrzehnten von besonderem Interesse, weshalb wir uns diesen »architektonischen Archetypen« mit einem Seitenblick auf die Künste unter dem Aspekt von Konzeption, Kontext, Material und Farbe nähern. Zudem wollen wir an diesen Objekten die grundlegende Prinzipien der konstruktiven Fügung, der Form-Gebung und der Raum-Schöpfung entdecken.

Die Übungen und die begleitende Vorlesungsreihe behandeln die folgenden Themen:

  • der Archetypus | archetypische Bilder | archetypische Räume
  • die Wechselwirkung von Konstruktion, Form und Raum
  • der architektonische Entwurf: Konzept vs. Kontext
  • der Gestaltung von Raum durch Licht, Material und Farbe
  • Raum »einräumen« – Hülle und Möbel, Hell & Dunkel, Material & Farbe
  • Raum – spatio vs. extensio: einen bestehenden Raum in einen anderen Kontext »einräumen« (Collage)
  • das Paradox von Raum in der Arbeit an der Architektur: das dreidimensionales Phänomen und sein zweidimensionales Abbild

Mimesis und Metamorphose- das vierte Semester

Die Vorlesungen und Übungen im Fach „Gebäudelehre II / Raumgestaltung II“ zielen im 4. Semester auf die Vertiefung und Erweiterung der Begriffe von „architektonischem Typus“, „Körper“ und „Raum“:

In der Vorlesung „Gebäudelehre II“ werden historische und zeitgenössische Gebäudetypen vorgestellt.

In der Übung „Raumgestaltung II“ zeichnen und bauen die Studierenden ausgewählte Bauten der Architekturgeschichte zunächst in mimetischer Art nach, um diese in einem zweiten Schritt in die eigenständige „Metamorphose“ eines Entwurfes abzuwandeln. Zeichnung, Perspektive und Modell zeugen im ersten Schritt von der wechselseitigen Abhängigkeit von Ort, Programm, Typus und Form und zeigen, welche Hypothesen einem Entwurf zu Grunde liegen. Die Metamorphose dagegen versteht sich als ein eigenständiger (Kurz-)Entwurf, der aus dem Vorbild etwas Vertraut-Andersartiges destilliert.

Entwurf im Masterstudium

Im Masterstudium bewegen wir uns in der Metier gebundenen Welt der Architektur. Die Dramaturgie unserer Entwurfskurse entwicklet sich aus der Spannung zwischen Objekt und Situation. Auch hier ist das Entscheidende nicht das Einzelne sondern das Verbindende, das Ensemble, die neue Situation nach aussen und nach innen in allen Massstäben, von der städtebaulichen Konstellation bis hin zur konkreten Atmosphäre und haptischen Qualität der raumbegrenzenden Oberflächen und Strukturen. Ausgehend von einem konkreten architektonischen Werk erarbeiten wir uns in den Semestern einen Referenzraum, der den internen Diskus bestimmt, der es uns ermöglicht, über die Dinge die wir tun zu sprechen, diese zu bewerten und sie in ein Heute zu verlängern. Um uns zu zwingen, die Dinge immer im Raum zu beurteilen findet ein Grossteil der suchenden Arbeit im Modell statt und wird ergänzt durch das Medium des Bildes und des Plans.

Forschung

Der Forschungsschwerpunkt des Fachgebietes befindet sich derzeit im Aufbau.