Prof. i.V. Dr.-Ing. Britta Fritze

Aus der Geschichte schöpfen

Dr.-Ing. Britta Fritze vertritt im Sommersemester 2021 die Professur Entwerfen und Raumgestaltung.

Britta Fritze studierte Architektur an der TU Dortmund und der Escuela Tecnica Superior de Madrid. Nach Ihrem Diplom im Jahr 2000 arbeitete sie als Projektmanagerin u.a. bei Max Dudler in Berlin und Zürich und bei Gernot Schulz in Köln. 2005 kam sie erstmals an die TU Darmstadt an das Fachgebiet Entwerfen und Hochbaukonstruktion (Prof. Wolfgang Lorch), wo sie bis 2011 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war.

Prof. i.V. Dr.-Ing. Britta Fritze (Bild: Stefan Müller)
Prof. i.V. Dr.-Ing. Britta Fritze (Bild: Stefan Müller)

Für das Seminar „Das deutsche Haus“, dass sie dort gemeinsam mit dem Fachgebiet Kunstgeschichte anbot, wurde sie 2011 mit dem Athene-Preis für Gute Lehre ausgezeichnet. Das Seminar untersuchte die Traditionen des ländlichen und städtischen Bauens im deutschsprachigen Raum. Hauptaugenmerk lag auf der Vielfalt der Haustypen, hinsichtlich ihrer Konstruktion, Funktionalität, Materialität und ihrem Kontext. Die abschließende Ausstellung mit zwölf Haus-Modellen wurde in Kassel, Berlin und Darmstadt präsentiert.

Sie wurde 2012 mit der Arbeit „Die Blauen Bücher – Eine nationale Architekturbiographie?“ an der TU Darmstadt promoviert. Die zugehörige Publikation erschien 2014 im Lukas Verlag Berlin.

Ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse der historischen Architektur brachte sie ab 2015 als Projektmanagerin für den Umbau und die Erweiterung von Schloss Wittenberg bei Bruno Fioretti Marquez und eines Wohngebäudes in Potsdam Mitte ein.

Seminar „Das deutsche Haus“, 2011 – © Britta Fritze
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Seminar „Das deutsche Haus“, 2011

Im Wintersemester 2020/21 kehrte sie mit einem Lehrauftrag am Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre (Prof.i.V. Ruben Lang) an die TU Darmstadt zurück und hat nun für das Sommersemester 2021 als Vertretungsprofessorin die Nachfolge von Prof.i.V. Dr.-Ing. Tom Schoper am Fachgebiet Entwerfen und Raumgestaltung angetreten.

Ihren Lehransatz fasst sie wie folgt zusammen:

„Schöpferische Architektur ist auf die Kenntnis Ihrer eigenen Historizität, auf Archetypen und Prototypen angewiesen. Der Fundus, aus dem wir uns zu schöpfen erlauben, wird durch den Fokus auf bekannte Klassiker der Moderne sowie zeitgenössische, durch Publikation in der Fachpresse bereits anerkannte Beispiele unnötig begrenzt. Das gewohnte Spektrum soll in diesem Semester gezielt erweitert werden und die Studierenden mit eher unbekannten, noch nicht gehobenen Schätzen vertraut machen.

Wir befassen uns im Rahmen der Übung mit einem Bilderkanon historischer Bauwerke, deren Alterswert ihren Gebrauchswert belegt. Damit einher geht die Einführung in die wissenschaftliche Arbeit, die uns dazu befähigt, neue Quellen zu erschließen und unausgetretene Pfade zu beschreiten. Parallel dazu wird die spielerische und intuitive Entwicklung einer architektonischen Idee gefördert. Im kommunikativen Austausch mit einem Bild und den ihm innewohnenden Möglichkeiten wird die Imagination als eigentliche Kernkompetenz des schöpferischen Prozesses gefördert. Das daraus resultierende Verständnis wird weit über das Bildhafte hinausführen. Schwerpunkt des Entwurfes wird die Bedeutung von Architektur als Erinnerungsträger und gesellschaftlicher Erfahrungsspeicher sein. Unablässig für die Konsolidierung von Gemeinschaften, wird sie in dieser Funktion mitunter unbequemer Zeitzeuge im Wandel politischer Deutungshoheit. Ziel ist Erkenntnis der gesellschaftlichen Verantwortung unserer Profession und damit einhergehend die Förderung einer reflektierten Haltung. Damit einher geht das Ausloten des Ausdrucksspektrums, das uns die Bindung an Form, Material und Konstruktion auferlegt.“

Projekte

  • Schloss Wittenberg: Hauptfassade. BFM 2015-2017
  • Schloss Wittenberg: Fassade zum Innenhof. BFM 2015-2017
  • Schloss Wittenberg: Das Predigerseminar im Dachgeschoss. Blick aus dem Kreuzgang in den ersten Patiogarten. BFM 2015-2017
  • Schloss Wittenberg: Die Forschungsbibliothek. BFM 2015-2017
  • Schloss Wittenberg: Das Treppenhaus West aus Ortbeton. BFM 2015-2017
  • Haus Biesdorf, Potsdam. 2019/20
  • Haus Biesdorf, Potsdam. 2019/20
  • Haus Biesdorf, Potsdam. 2019/20
  • Haus Biesdorf, Potsdam. 2019/20
  • Haus Biesdorf, Potsdam. 2019/20
  • Haus Biesdorf, Potsdam. 2019/20

Schloss Wittenberg

Realisierung Umbau und Erweiterung Schloss Wittenberg, Projektleitung Büro BFM

2015-2017

Haus Biesdorf

Direktauftrag privat, als freischaffende Architektin

2019/2020, mit sba Berlin/ Simone Boldrin

Architektenwettbewerb „Wissensquartier. Tor zum Wissen“

Einbeck

2020

Anerkennung

Umnutzung Schmälinghaus und Sanierung Rathaus

VgV mit Lösungsvorschlag

Markt-Burgebrach

2021, 2. Preis

Um- und Erweiterungsbau „Casa privata“

Berlin-Biesdorf

2021-2023

Preise für das Projekt Schloss Wittenberg (Projektleitung BFM)

  • DAM Preis für Architektur in Deutschland 2018 (Shortlist)
  • „Respekt und Perspektive“ Bauen im Bestand Preis 2018, 1. Preis
  • Deutscher Städtebaupreis 2018, Auszeichnung
  • Hannes-Meyer-Preis BDA 2018, Auszeichnung
  • Mies van der Rohe Award 2019, Nominierung
  • ECOLA-Award 2019 – Kategorie Sanieren/Umbauen, 1.Preis
  • Staatspreis DAP 2019, 1. Preis

Weitere Informationen

https://www.sba.berlin